zur verewigung der herrschaft

Der modernen, kapitalisierten antagonistischen Gesellschaft, wie sie sich heute vor allem in Westeuropa und Nordamerika zeigt, gingen unter anderem der historische Prozess der gewaltsamen Trennung der auf dem Land lebenden ProduzentInnen von den Produktionsmitteln (in Europa) sowie die Durchsetzung der formellen Gleichheit und Freiheit voraus.
Letztere war mit der Abschaffung der konkreten, personalen Herrschaft, welche noch den Feudalismus charakterisierte, verbunden. Die Arbeitskraft wurde zur Ware, das als Subjekt gesetzte Individuum kann diese seitdem sein staatlich garantiertes Eigentum nennen*.
Dies bezieht sich auf die Regionen der Erde, in denen der Gewaltmonopolist b├╝rgerliches Recht exekutiert, wo Warenproduktion, qua Tausch und Kontrakt vermittelte menschliche Beziehungen und Privateigentum im Allgemeinen die Ordnung der gesellschaftlichen Reproduktion darstellen. Doch unter brutalster direkter Herrschaft, zumeist Hybride aus Sklaverei und kapitalistischer Ausbeutung, leiden noch heute global Massen von Menschen – und es werden immer mehr. Die Herrschaft des Menschen ├╝ber den Menschen, vermittelte wie konkrete, scheint sich zu verewigen.

*Dies gilt im kapitalistischen Vollzug des Immergleichen. Doch setzt der gesellschaftliche Ausnahmezustand ein, demonstriert der Gewaltmonopolist um so deutlicher, dass er dieses Recht nicht nur garantieren, sondern auch kassieren kann. Die Physis des empirischen Individuums wird dann zum potenziellen Objekt direkter, totaler Zurichtung und Verwaltung durch den Staat.