brandanschlag auf synagoge in mainz

„Der Antisemitismus versetzt Juden in eine ausweglose Situation. Dem reichen Juden wird sein Erfolg angekreidet, der arme als Schnorrer verachtet.
Der Assimilant erscheint als heimtückischer Zersetzer des Volkskörpers, der Traditionsbewusste als anpassungsunfähiger Sonderling.
Der sexuell Aktive gilt als Verderber und Verführer der Jugend, der Enthaltsame als impotenter Schwächling. Was auch immer Juden tun, sie liefern den Antisemiten stets nur neues Material zur Illustration ihres Wahns. Passt ein Verhalten einmal nicht in die projektive Bilderwelt des Antisemiten, wird es gerade dadurch integriert, dass in solch einem unerwarteten Agieren eine besondere Perfidie zwecks Verschleierung der wahren Absichten vermutet wird. Ähnliches vollzieht sich in der aktuellen geopolitischen Reproduktion des Antisemitismus, dem Antizionismus, der das klassische Bild des geldgeilen, vergeistigten und wehrunfähigen jüdischen Luftmenschen durch jenes des alles niedertrampelnden, auf territoriale Expansion und völkische Homogenität setzenden Israeli ergänzt. Was auch immer Israel tut, es ist und bleibt in den Augen großer Teile der Weltöffentlichkeit Schuld an Elend und Zerstörung in der Region.“ (Grigat)
Letztes Wochenende kam es zu einem Brandanschlag auf die Synagoge in Mainz. Dass niemand zu Schaden kam, dass 72 Jahre nach der Reichspogromnacht in Deutschland nicht wieder eine Synagoge brannte, ist allein einem Zufall zu verdanken. Am Montag kam es zu einer spontanen Demonstration gegen diesen antisemitischen Terror.
Schon im Mai brachten AntisemitInnen in der Region ihren Wahn materiell zum Ausdruck, als sie die Synagoge in Worms in Brand setzten – hinterlassen wurde dabei folgendes Schreiben: „Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gibt [sic], geben wir euch keine Ruhe.“